
irgends zahlt sich Photovoltaik an Ihrem Einfamilienhaus so direkt aus wie unter Ihrem Dach. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom – rund 37 bis 40 Cent können Sie sparen, während dieselbe Kilowattstunde, ins öffentliche Netz eingespeist, derzeit nur noch 7,78 Cent einbringt.*
Das Zentrum jeder Hausstrategie sollte deshalb die Dachanlage sein – sie erzeugt den Strom, von dem alles Weitere lebt.
Seit 2023 entfällt obendrein die Mehrwertsteuer auf Anlage und Speicher fürs selbst genutzte Eigenheim.
Der Einstieg ist also noch einmal günstiger als noch vor wenigen Jahren.
Sprechen wir von Photovoltaikanlagen, ist „Haus“ weit mehr als Ihr Dach. Vom erzeugten Strom führt der Weg weiter zum Solarspeicher, der ihn in den Abend rettet, zur Wärmepumpe, die mit Sonnenstrom heizt, und ggf. zur Solarthermie, die immer noch sinnvoll ist, wenn Sie einen Pool zu beheizen haben.
Die Bausteine lassen sich nach und nach ergänzen. Welcher zuerst sinnvoll ist, hängt von Ihrem Gebäude ab, von Ihrem Verbrauch – und Ihrem Budget.
*Zahlen und Fakten werden werktäglich um 12 Uhr aktualisiert.
I.Die Themen am Haus
Nicht die Größe der Anlage entscheidet, sondern wie viel Strom im Haus bleibt.
Vier große Ratgeber decken die Lebenswelt Haus ab – jeder ein eigener, vollständiger Überblick. Ins Zahlen- und Regelwerk, zu Spezialrechnern und Empfehlungen steigen dann die jeweils verlinkten Einzelartikel hinunter.
Zusätzlich lohnt sich auch eine Prüfung dieser Beiträge aus anderen Lebenswelten: Balkonkraftwerk (Freiland), Solarcarport / Wallbox (Unterwegs), Garten-Solar und Solarspielzeug (Alltag).
II.Die Dachanlage
Ob sich die Fläche eignet, welchen Ertrag sie potenziell erzeugt, was ein verschattender Kamin ausmacht – ja, wie viel Strom überhaupt erzeugt werden kann, das entscheidet Ihr Dach: seine Neigung, seine Ausrichtung, seine Lage. Und das, bevor irgendein anderer Baustein – wie etwa ein Speicher, ein Solarcarport oder eine mit PV betriebene Wärmepumpe – interessant wird.
Praxis-Tipp: Beginnen Sie mit der Frage nach dem Eigenverbrauch, nicht mit der Anlagengröße. Eine kleinere, gut genutzte Anlage schlägt eine große, deren Strom zu Niedrigpreisen ins Netz fließt.
III.Der Solarspeicher
Der Stromspeicher wird dann interessant, wenn Ihre Anlage steht und Sie vermeiden möchten, dass abends trotzdem teurer Netzstrom fließt. Ein gut dimensionierter Speicher hebt den Anteil, den Sie selbst nutzen, statt ihn tagsüber ins Netz abzugeben – allerdings nicht in jedem Haushalt gleich stark. Ist die Anschaffung eines PV-Speichers für Ihren Alltag sinnvoll, wie schnell amortisiert er sich, und, wenn sinnvoll, welche Größe passt zu Ihrem Verbrauchsprofil?
Erfahren Sie mehr über Solarspeicher
IV.Wärmepumpe + PV
Im Neubau – oder wenn eine ältere Heizung zum Austausch ansteht – empfiehlt sich ein Blick auf die Wärmepumpe. Damit verbunden ist die Frage, ob der eigene Solarstrom sie mitversorgen kann. Beides greift ineinander: Die Wärmepumpe gewinnt aus günstigem Dachstrom Wärme und senkt so den größten Energieposten im Haushalt. Der Hebel von eingesetztem Solarstrom zur Wärmegewinnung durch eine Wärmepumpe liegt beim Drei- bis Vierfachen – ist also durchaus eine Überlegung wert.
Alles, was Sie über Wärmepumpe + PV wissen müssen
V.Solarthermie + PV
Nicht jede Kilowattstunde Sonnenwärme muss den Umweg über den Strom nehmen: Solarthermie fängt die Wärmestrahlung auf Ihrem Dach direkt ein und erzeugt damit warmes Wasser. Aber selbst, wenn das Verfahren pro Quadratmeter Kollektorfläche deutlich mehr Energie erzeugt als Photovoltaik, ist deren Gesamtnutzen in der Regel höher: Solarthermie kann sich immer noch lohnen, wenn Sie einen Pool heizen müssen. Trotzdem wirft das Ergebnis in der Energiebilanz die Frage auf, ob die Dachfläche nicht besser ganz der Photovoltaik gehört.
Solarthermie: Lesen Sie weiter
VI.Welcher Baustein empfiehlt sich wann?
Welcher Baustein für Sie zuerst zählt, richtet sich nach Ihrer Ausgangslage.
| Ihre Ausgangslage | Wo Sie anfangen sollten |
|---|---|
| Eigenes Dach, Eigentum, Platz vorhanden | Dachanlage – Kern jeder Hausstrategie. |
| Anlage vorhanden, viel Abend- und Nachtverbrauch | Solarspeicher – hebt den Eigenverbrauch. |
| Heizung steht zur Erneuerung an | Wärmepumpe + PV – Solarstrom heizt mit. |
| Vor allem Warmwasserbedarf (Pool) | Solarthermie + PV – Wärme direkt aus der Sonne. |
| Miete oder kleines Budget | Balkonkraftwerk – Einstieg ohne Handwerker. |
Ein kleines Caveat: Natürlich ist dies nur eine Orientierungshilfe, keine individuelle Empfehlung. Maßgeblich sind Ihr Gebäude, das Verbrauchsprofil und – selbstverständlich – die zur Verfügung stehenden Mittel.
VII.Pro und Contra
Und falls Sie noch nicht entschieden sind: Was spricht generell für oder gegen Photovoltaik an Ihrem Haus?
Dafür
- Niedrigere Stromkosten über Jahrzehnte
- Unabhängigkeit von Preissprüngen
- Wertsteigerung der Immobilie
- Bausteine lassen sich nach und nach ergänzen
Dagegen
- Anfangsinvestition
- Ertrag abhängig von Dach und Ausrichtung
- Abstimmung mehrerer Gewerke nötig (besonders Wärmepumpe + PV)
- Sonderfälle: Denkmalschutz, Mietobjekt, WEG
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Stöbern!
VIII.Häufige Fragen
Womit fange ich am Haus am besten an?
Brauche ich immer einen Speicher?
Lohnt sich PV auch ohne Südausrichtung?
Passen Wärmepumpe und PV zusammen?
Quellen & Hinweise
- Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland
- Fraunhofer ISE: Eigenverbrauch von Solarstrom steigt stark (Pressemitteilung, Dez. 2025)
- Verbraucherzentrale: Photovoltaik – was bei der Planung wichtig ist
- Bundesnetzagentur: EEG-Einspeisevergütung
- Fraunhofer ISE: Feldstudie „WPsmart im Bestand“ – Wärmepumpen in Bestandsgebäuden (Jahresarbeitszahlen)
Hanns-Stefan Finke
Ich schreibe seit 2009 über Photovoltaik. Damals fing es als kleiner Online-Rechner an, heute sind es Hunderte Artikel, die monatlich von Tausenden Lesern abgerufen werden. Ich finanziere die Website durch die Vermittlung von Photovoltaik-Projekten – Anlagen verkaufe ich nicht selbst. So bleibe ich, was ich sein will: jemand, der die Sache unabhängig erklärt.
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